Eine erhöhte Urinmenge bedeutet, dass die insgesamt über den Tag ausgeschiedene Urinmenge größer ist als üblich. Manchmal ist sie vorübergehend; hält sie aber an oder ist deutlich, sollte die Ursache geklärt werden.
Was bedeutet das und wie misst man es?
Wichtig ist der Unterschied zwischen häufigerem Wasserlassen und einem größeren Gesamtvolumen. Zur Einschätzung kann man über 2–3 Tage die getrunkene Flüssigkeitsmenge und das Urinvolumen dokumentieren, idealerweise mit einem Messbecher.
Häufige Ursachen und Mechanismen
Zu den häufigen Ursachen gehören erhöhte Flüssigkeitszufuhr, koffeinhaltige oder alkoholische Getränke, diuretische Medikamente sowie physiologische Veränderungen, z. B. in der Schwangerschaft. Auch Stoffwechselstörungen (z. B. bei gestörter Blutzuckerregulation), eine eingeschränkte Fähigkeit der Niere, Urin zu konzentrieren, sowie hormonelle Ungleichgewichte kommen infrage.
Abklärung: Fragen und mögliche Tests
Der Arzt fragt nach Trinkmenge, Medikamenten, Durstgefühl, nächtlichem Wasserlassen und Begleitsymptomen. Blutglukose, Elektrolyte, Urinstatus und gegebenenfalls die Urinosmolarität können Aufschluss geben. Eigenaufzeichnungen erleichtern die Beurteilung.
Wann dringend ärztliche Hilfe nötig ist
Suchen Sie sofort Hilfe, wenn eine starke Zunahme der Urinmenge mit Schwindel, Ohnmachtsneigung, ausgeprägter Schwäche, Verwirrung, Erbrechen, hohem Fieber oder starken Bauchschmerzen einhergeht. Bei Schwangerschaftsverschlechterung wenden Sie sich umgehend an Ihre Versorger.