Nächtliche Sehschwierigkeiten oder Nyktalopie bedeuten eine verminderte Sehfähigkeit bei Dämmerung oder Dunkelheit. Dieses Symptom kann von lokalen Augenproblemen oder systemischen Erkrankungen herrühren. Im Folgenden finden Sie allgemeine Hinweise zu Ursachen, Untersuchungen und fachärztlicher Orientierung.
Was versteht man unter Nyktalopie?
Nyktalopie beschreibt die eingeschränkte Fähigkeit, bei schwacher Beleuchtung oder Dunkelheit zu sehen. Betroffene berichten oft von verzögerter Anpassung an Dunkelheit, reduziertem Kontrastsehen und Schwierigkeiten, Hindernisse am Straßenrand oder Verkehrsschilder zu erkennen.
Häufige Ursachen
Zu den häufigsten Ursachen zählen Katarakt, Störungen der Netzhautzellen (vor allem der Stäbchen), retinitis pigmentosa und andere erbliche Netzhauterkrankungen, hohe Myopie, diabetische Retinopathie und Vitamin‑A‑Mangel. Auch frühere Augenoperationen oder Verletzungen sowie altersbedingte Veränderungen können eine Rolle spielen.
Untersuchungen und an wen Sie sich wenden sollten
Der Augenarzt ist die erste Anlaufstelle. Die Untersuchung umfasst Sehstärke, Pupillenprüfung, Funduskopie und gegebenenfalls Gesichtsfelduntersuchungen. Ergänzende Tests wie OCT und ERG können Aufschluss geben; bei Verdacht auf eine erbliche Erkrankung sind genetische Untersuchungen möglich. Bei Hinweisen auf eine systemische Erkrankung kann eine Überweisung an Endokrinologie oder Neurologie erfolgen.
Risikofaktoren und Alltagstipps
Alter, Diabetes, familiäre Netzhauterkrankungen, ausgeprägte Kurzsichtigkeit und Mangelernährung erhöhen das Risiko. Praktische Maßnahmen sind bessere Beleuchtung zu Hause, erhöhte Aufmerksamkeit beim nächtlichen Autofahren und gegebenenfalls eine Begleitperson in dunklen Umgebungen. Konkrete Maßnahmen sollten jedoch nach fachärztlicher Abklärung festgelegt werden.
Wann ist sofortige Hilfe nötig?
Bei plötzlichem Sehverlust, starken Augenschmerzen, plötzlicher Einschränkung des Gesichtsfeldes oder raschen Veränderungen der Sehschärfe ist eine umgehende Vorstellung in einer Augenklinik oder Notaufnahme erforderlich.