Wenn die Regelblutung deutlich länger oder stärker als üblich anhält, können unterschiedliche Ursachen dafür verantwortlich sein. Nachfolgend finden Sie allgemeine Informationen zu möglichen Gründen, zur diagnostischen Abklärung und dazu, wann ärztliche oder dringende Hilfe ratsam ist.
Mögliche Ursachen
Häufige Ursachen sind hormonelle Ungleichgewichte, Myome (Uterusmyome), Endometriumpolypen, endometriale Hyperplasie und Adenomyose. Auch Gerinnungsstörungen und Schilddrüsenerkrankungen können eine Rolle spielen. Verhütungsmittel oder bestimmte Medikamente beeinflussen ebenfalls die Blutungsdauer; Infektionen sind seltener Ursache.
Untersuchung und übliche Tests
Die Abklärung umfasst Anamnese (Dauer und Muster der Blutung, Begleitsymptome, Medikation) und körperliche Untersuchung. Mögliche Untersuchungen sind komplettes Blutbild zur Abklärung einer Anämie, Gerinnungsparameter, Schilddrüsenwerte, gynäkologischer Ultraschall, Abstrich vom Gebärmutterhals und gegebenenfalls eine Endometriumbiopsie. Welche Tests nötig sind, entscheidet die betreuende Ärztin/der betreuende Arzt anhand der individuellen Befunde.
Welche Fachrichtungen sind zuständig?
Zunächst ist üblicherweise die Frauenheilkunde (Gynäkologie und Geburtshilfe) zuständig. Die hausärztliche Versorgung kann die Erstbewertung übernehmen und bei Bedarf überweisen. Bei Verdacht auf Gerinnungsstörungen ist die Hämatologie relevant; hormonelle oder schilddrüsenbedingte Ursachen werden mit Endokrinologie abgestimmt.
Wann in die Notaufnahme?
Eine sofortige notfallmäßige Vorstellung ist angezeigt bei starker Schwäche, Ohnmachtsanfällen, Atemnot, Brustschmerzen, ausgeprägtem Schwindel oder wenn die Blutung so stark ist, dass die Sicherheit und Stabilität gefährdet sein könnten. Bei weniger akuten, aber anhaltenden Beschwerden sollte ärztliche Abklärung in der Sprechstunde erfolgen.