Bei einer Beeinträchtigung des Farbensehens werden Farben anders wahrgenommen als üblich. Ursachen reichen von angeborenen Veränderungen der Zapfen im Auge bis zu Erkrankungen der Netzhaut, des Sehnervs oder der Sehbahnen im Gehirn. Im Folgenden finden Sie mögliche Ursachen, Hinweise zu Warnsignalen, welche Fachärzte beteiligt sein können und praktische Alltagshilfen.
Häufige Ursachen und Mechanismen
Angeborene Farbensehstörungen beruhen meist auf strukturellen Unterschieden der Zapfen. Erworbene Störungen können durch Netzhauterkrankungen (insbesondere Makula), Entzündungen des Sehnervs, Glaukom, Kopfverletzungen oder neurologische Erkrankungen entstehen. Auch Alter, bestimmte Umweltgifte, systemische Erkrankungen und Nebenwirkungen von Medikamenten können Auswirkungen haben.
Wann ist eine rasche Untersuchung erforderlich?
Plötzliche Veränderungen der Farbwahrnehmung sollten zügig abgeklärt werden. Besorgniserregend sind insbesondere ein akuter Sehverlust, einseitige oder beidseitig plötzlich auftretende Farbabweichungen, starke Augenschmerzen oder neurologische Begleitsymptome (z. B. Schwindel, Sprechstörungen). In solchen Fällen ist eine Notfallvorstellung angezeigt.
Welche Fachärzte und Untersuchungen sind möglich?
Der Augenarzt führt Sehtests, Farbtafeln (z. B. Ishihara), Fundusuntersuchung und bei Bedarf bildgebende Verfahren wie OCT durch. Bei Verdacht auf eine neurologische Ursache erfolgt die Zuweisung an Neurologie oder Neuroophthalmologie; dort können bildgebende Verfahren wie MRT ergänzt werden. Die Auswahl der Untersuchungen richtet sich nach der Anamnese und den Befunden.
Alltagshilfen und Anpassungsstrategien
Praktische Hilfen umfassen das Erhöhen von Kontrasten, Kennzeichnen von Farben, spezielle Beleuchtung, unterstützende Apps und gegebenenfalls gefilterte Gläser. Für berufliche Tätigkeiten mit Sicherheitsanforderungen (z. B. Verkehr, Elektrotechnik) sollten betroffene Personen mögliche Vorgaben prüfen und bei Bedarf Anpassungen am Arbeitsplatz beantragen.