Stuhlinkontinenz

Stuhlinkontinenz bezeichnet den teilweisen oder vollständigen Verlust der Kontrolle über den Stuhlgang. Sie kann nach anorektalen Eingriffen auftreten oder mit chronischen Erkrankungen zusammenhängen. Im Folgenden finden Sie allgemeine Informationen zu Formen, möglichen Ursachen, Abklärung und Warnzeichen für eine dringende Versorgung.

Was ist Stuhlinkontinenz und welche Formen gibt es?

Das Spektrum reicht von unkontrolliertem Abgang von Gasen bis hin zu Flüssig- oder Feststuhlverlust. Übliche Formen sind Dranginkontinenz (starker Stuhldrang mit Verlust), passive Inkontinenz (Verlust ohne Wahrnehmung) und Überlaufinkontinenz infolge von Verstopfung. Akute postoperative Veränderungen unterscheiden sich diagnostisch und therapeutisch von chronischen Beschwerden.

Häufige Ursachen und postoperative Veränderungen

Ursachen sind Schädigungen des Analverschlusses, Nervenschäden, chronischer Durchfall, Überlauf durch Verstopfung, Beckenbodenmuskelschwäche und neurologische Erkrankungen. Nach Eingriffen am Anus oder Rektum — wie bei manchen Longo-ähnlichen Operationen — sowie beim Einsatz von abführenden Mitteln kann sich die Konsistenz der Stühle verändern und das Austreten begünstigen. Treten plötzlich vermehrte Verluste oder Blutungen nach Beginn eines Abführmittels auf, sollte das Operateurteam informiert werden.

Wer klärt das ab und welche Untersuchungen sind möglich?

Die Erstvorstellung erfolgt meist bei der Hausarztpraxis oder dem operativen Team. Weiterführende Abklärung durch Viszeralchirurgie/Kolorektalchirurgie, Gastroenterologie, Neurologie oder Beckenbodenphysiotherapie kann nötig werden. Mögliche Untersuchungen umfassen Anamnese, rektale Untersuchung, Manometrie, Endoanale Ultraschalluntersuchung oder bildgebende Verfahren je nach Befund.

Wann ist eine dringende Vorstellung nötig?

Suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe, wenn starke oder nicht stillbare Blutungen, hohes Fieber, zunehmende starke Bauchschmerzen, Ohnmachtsgefühle oder eine verschlechterte Wundverhältnisse mit Infektionszeichen auftreten. In solchen Fällen sind Notaufnahme oder direkte Kontaktaufnahme mit dem operierenden Team ratsam.

Unterstützende Maßnahmen und Hinweise für die Kurzzeitbetreuung (informativ)

Informationelle Maßnahmen umfassen das Anstreben einer geeigneten Stuhlkonsistenz, regelmäßige Toilettenzeiten, Hautpflege im Analbereich und gezielte Beckenbodenübungen unter Anleitung. Bei Verdacht, dass ein Abführmittel zur Verschlechterung beiträgt, klären Sie die Medikation mit dem verordnenden Arzt.

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