Schmerzen, die vom Lendenbereich in eine oder beide Beine ausstrahlen, können stechend, brennend oder mit Gefühlsstörungen einhergehen. Die Ursache und der Verlauf hängen vom zugrunde liegenden Mechanismus ab. Im Folgenden finden Sie typische Symptome, mögliche Ursachen, Hinweise auf Notfälle und Informationen zu fachärztlicher Einschätzung.
Typische Symptome und Ausbreitung
Die Schmerzen treten einseitig oder beidseitig auf und ziehen häufig von der Lendenwirbelsäule über das Gesäß in Oberschenkel, hintere Wade bis zum Fuß. Begleitend können Kribbeln, Taubheitsgefühle, Schwäche oder Reflexveränderungen vorkommen. Häufig verstärkt sich der Schmerz bei Bewegung, Heben oder beim Husten.
Häufige Ursachen und Entstehungsweisen
Zu den häufigsten Ursachen zählen Bandscheibenvorfälle mit Nervenwurzelreizung, Spinalkanalstenose sowie muskuläre Engstellen wie das Piriformis-Syndrom. Seltener kommen Infektionen, Tumoren oder Verletzungen infrage. Entscheidend ist meist die Beeinträchtigung einer Nervenwurzel oder benachbarter Strukturen.
Wann ist eine rasche Abklärung nötig?
Eine umgehende Vorstellung ist angezeigt bei plötzlicher ausgeprägter Beinschwäche, Verlust der Kontrolle über Blase oder Darm, raschem Gefühlsverlust beider Beine oder Taubheit im Sitzbeinhöhlenbereich (Sattelanästhesie), Fieber mit Rückenschmerzen oder nach relevantem Trauma. Diese Zeichen können auf eine ernsthafte Rückenmark- oder Nervenwurzelbeteiligung hinweisen.
Untersuchung und zuständige Fachrichtungen
Die Erstuntersuchung erfolgt meist durch den Hausarzt oder die Notaufnahme; danach ist ggf. eine Überweisung an Neurologie, Orthopädie/Unfallchirurgie, Neurochirurgie oder Physikalische Medizin und Rehabilitation sinnvoll. Zur Abklärung dienen Anamnese, klinische Untersuchung und bei Bedarf bildgebende Verfahren (Röntgen, MRT) oder elektrophysiologische Tests (EMG).