Unfähigkeit zu gehen bedeutet eine Einschränkung oder Unmöglichkeit der Fortbewegung zu Fuß. Die Ursachen reichen von neurologischen über orthopädische bis zu systemischen Erkrankungen. Eine gründliche Anamnese, körperliche Untersuchung und gegebenenfalls bildgebende oder elektrophysiologische Untersuchungen helfen, die Ursache einzugrenzen und die richtige Fachrichtung zu wählen. Unten finden Sie häufige Ursachen, Ablauf der Abklärung und Hinweise zu Notfällen.
Häufige Ursachen
Gehstörungen können verschiedene Organbereiche betreffen. Zu den neurologischen Ursachen gehören Schlaganfall, Rückenmarkverletzungen, periphere Neuropathien und neuromuskuläre Erkrankungen. Orthopädische Ursachen sind Frakturen, Luxationen, Arthrose oder Sehnenprobleme. Systemische Ursachen können Herz-Kreislauf-Erkrankungen, schwere metabolische Störungen oder Infektionen sein. Psychogene Faktoren oder vorübergehende Bewusstseinsstörungen spielen seltener eine Rolle. Die Differenzierung erfolgt anhand der Untersuchung und Zusatzdiagnostik.
Welche Fachärzte sind zuständig?
Die Wahl des Fachgebiets richtet sich nach Beginn und Begleitsymptomen. Bei plötzlichem Auftreten mit neurologischen Ausfällen sollte Neurologie oder die Notaufnahme zuerst eingeschaltet werden. Nach Trauma oder bei Knochen- und Gelenkproblemen ist Orthopädie und Unfallchirurgie angezeigt. Bei anhaltender Schwäche, Gleichgewichtsstörungen oder Rehabilitationsbedarf ist Physikalische und Rehabilitative Medizin sinnvoll. Der Hausarzt kann die erste Einschätzung vornehmen und die notwendige Überweisung veranlassen. Bei Verdacht auf Infektion können Infektiologie oder Klinische Mikrobiologie hinzugezogen werden.
Ablauf der Abklärung
Die Abklärung umfasst Anamnese (Beginn, Verlauf, Schmerzen, Sensibilitätsstörungen, Sprech- oder Sehstörungen) und körperliche Untersuchung mit neurologischer Basisdiagnostik, Kraftprüfung und Gangbeurteilung. Je nach Befund sind bildgebende Verfahren (Röntgen, MRT), elektrophysiologische Tests oder Labordiagnostik angezeigt. Welche Tests sinnvoll sind, entscheidet der behandelnde Facharzt.
Notfallzeichen und Verhalten
Bestimmte Symptome verlangen sofortige medizinische Untersuchung. Dazu zählen plötzlich einseitige Schwäche, Sprach- oder Sehstörungen, Bewusstseinsveränderungen, hohes Fieber mit Verwirrtheit, starke Brustschmerzen oder Atemnot. Nach einem schweren Schlag oder bei ausgeprägten Deformitäten und starken Schmerzen sollte ebenfalls die Notaufnahme aufgesucht werden. In solchen Fällen wenden Sie sich bitte unverzüglich an den Rettungsdienst oder die nächste Notfallabteilung.
Alltag, Sicherheit und Unterstützung
Zur Erhöhung der Sicherheit sind Wohnraumanpassungen, Sturzprävention, Hilfsmittel wie Stock oder Rollator und gezielte physiotherapeutische Programme hilfreich. Eine fachgerechte Einschätzung durch Physiotherapie und gegebenenfalls sozialmedizinische Unterstützung kann die Mobilität und Lebensqualität verbessern.