Juckreiz (Pruritus) ist das unangenehme Hautgefühl, das zum Kratzen verleitet. Er kann vorübergehend harmlos sein oder Hinweis auf eine Haut- oder Systemerkrankung sein. Nachfolgend finden Sie häufige Ursachen, Warnzeichen und Hinweise, welche Fachärzte eingeschaltet werden können.
Wie sich Juckreiz anfühlen kann und Begleitsymptome
Juckreiz wird als trockenes Kribbeln, stechendes Ziehen, Brennen oder pulsierender Schmerz beschrieben. Hautveränderungen wie Rötung, Ausschlag, Quaddeln, Schuppung, Krustenbildung oder Blutungen durch Kratzen können auftreten. Treten zusätzlich Müdigkeit, Fieber, Gewichtsverlust oder Appetitveränderungen auf, ist eine umfassendere Abklärung sinnvoll.
Häufige Auslöser des Juckreizes
Ursachen sind vielfältig: Hauterkrankungen (Ekzem, Psoriasis, Pilzinfektionen), allergische Reaktionen (Kontaktekzem, Urtikaria), Parasiten (Kopflaus, Krätze), trockene Haut, systemische Erkrankungen (Leber-, Nieren- oder Schilddrüsenerkrankungen), hämatologische Störungen und Arzneimittelreaktionen. Alter, Verteilung (lokal oder am ganzen Körper) und Begleitsymptome helfen bei der Eingrenzung.
Welche Fachrichtungen Juckreiz untersuchen
Zunächst klärt meist die Hausärztin/der Hausarzt. Die Dermatologie ist zentral bei hautbedingtem Juckreiz. Infektiologie oder Klinische Mikrobiologie werden bei Verdacht auf infektiöse oder parasitäre Ursachen hinzugezogen. Allergologie/Immunologie untersucht allergische Auslöser; bei systemischem Verdacht sind Innere Medizin, Gastroenterologie oder Nephrologie beteiligt.
Wann dringend ärztliche Hilfe nötig ist
Suchen Sie unverzüglich Notfallhilfe, wenn Juckreiz mit Atembeschwerden, Schwellungen im Gesicht oder Hals, Bewusstseinsstörungen, hoher Temperatur oder einer sich rasch ausbreitenden Hautreaktion einhergeht. Leichte, vorübergehende Beschwerden können beim Hausarzt besprochen werden; bei Verschlechterung über Wochen ist eine fachärztliche Abklärung empfehlenswert.
Allgemeine Maßnahmen zur Linderung zu Hause
Lauwarmes Duschen, Vermeiden aggressiver Seifen, luftige Baumwollkleidung und kühle Kompressen können den Juckreiz kurzfristig lindern. Diese Maßnahmen adressieren jedoch meist nur die Symptome; bleibt der Juckreiz bestehen oder ist sehr belastend, sollte ärztlich abgeklärt werden.