Bei der zervikalen Radikulopathie reizt oder verdrängt eine Nervenwurzel in der Halswirbelsäule die Nervenbahn. Typisch sind Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in einen Arm, Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Muskelschwäche. Diese Seite liefert grundlegende Informationen zu Beschwerden, diagnostischen Schritten und zu welchen Fachrichtungen Sie sich wenden können; für eine individuelle Beurteilung suchen Sie eine medizinische Einrichtung auf.
Symptome und klinische Befunde
Typischerweise beginnt die Erkrankung mit einseitigen Nackenschmerzen, die entlang eines bestimmten Dermatoms in Arm und Hand ausstrahlen. Dazu kommen Sensibilitätsstörungen (Kribbeln, Taubheit), Muskelschwäche und Reflexveränderungen. Bestimmte Bewegungen oder Haltungen können die Beschwerden verschlechtern. Die genaue Verteilung der Symptome hängt vom betroffenen Wirbelsäulenlevel ab.
Ursachen und Risikofaktoren
Häufige Ursachen sind altersbedingte Bandscheibenveränderungen, Bandscheibenvorfall, foraminale Einengung durch knöcherne Veränderungen oder Trauma. Seltener liegen Tumoren, Infektionen oder entzündliche Prozesse vor. Zu den Risikofaktoren zählen höheres Alter, wiederholte Belastung des Nackens, schwere körperliche Arbeit und Rauchen.
Diagnostik und Untersuchungen
Die Diagnose basiert auf Anamnese und neurologischer Untersuchung (Kraft, Sensibilität, Reflexe). Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist das wichtigste bildgebende Verfahren zur Darstellung von Bandscheiben und Nervenwurzeln; CT ergänzt die Beurteilung knöcherner Strukturen. Elektrophysiologische Untersuchungen (EMG/ENG) können den Nervenwurzelbefall bestätigen und die Schwere einschätzen. Differentialdiagnosen wie Schultererkrankungen oder periphere Neuropathien werden ebenfalls berücksichtigt.
Therapie, Rehabilitation und Facharztwahl
Die Behandlung richtet sich nach Schwere und Verlauf: konservative Maßnahmen und gezielte Rehabilitation sind oft erste Schritte; in ausgewählten Fällen sind interventionelle oder chirurgische Optionen möglich. Beteiligte Fachrichtungen sind Physikalische und Rehabilitative Medizin, Neurologie, Orthopädie/Traumatologie sowie Neurochirurgie. Die Hausarztpraxis ist meist erste Anlaufstelle. Bei Warnzeichen wie plötzlicher starker Muskelschwäche, Gangstörungen oder Störung der Blasen- oder Darmfunktion ist eine sofortige notfallmedizinische Abklärung erforderlich.