Die diabetische Retinopathie betrifft die Netzhautgefäße und kann lange ohne Beschwerden verlaufen. Regelmäßige augenärztliche Kontrollen sind für Menschen mit Diabetes wichtig. Im Folgenden finden Sie Informationen zur Erkennung, zu Warnzeichen für Notfälle und zu spezialisierten Untersuchungen.
Was ist diabetische Retinopathie?
Die Netzhaut übersetzt Licht in Seheindrücke. Chronisch erhöhte Blutzuckerwerte können die Gefäßwände schädigen, zu Leckagen, Durchblutungsstörungen oder zur Neubildung brüchiger Gefäße führen. Dadurch kann es zu verschwommenem Sehen, Sichtausfällen oder fortschreitendem Sehverlust kommen; frühe Erkennung verringert das Risiko bleibender Schäden.
Beschwerden und Notfallsignale
Zu Beginn bestehen oft keine Beschwerden. Häufige Symptome sind unscharfes Sehen, Veränderungen der Farbwahrnehmung, 'Fliegen' im Gesichtsfeld (Floater) oder verschlechtertes Sehen bei Dämmerung. Plötzliche Sehminderungen, neu auftretende Blitze oder ein starkes Zunahme von Floaters sollten zeitnah augenärztlich oder in einer Notfallambulanz abgeklärt werden.
Risikofaktoren und Vorbeugung
Dauer der Diabeteserkrankung, mangelnde Blutzuckereinstellung, Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte, Rauchen und Schwangerschaft erhöhen das Retinopathie-Risiko. Ein gutes Stoffwechsel- und Blutdruckmanagement, gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und Rauchverzicht tragen zur Risikoreduktion bei, ersetzen aber nicht die fachärztliche Betreuung.
Screening, Diagnose und Facharztkontakt
Die Diagnose erfolgt durch eine erweiterte Augenuntersuchung, Fundusfotografie und gegebenenfalls OCT. Augenärzte legen die Untersuchungsintervalle individuell fest; bei fortgeschrittenen Veränderungen ist die Mitwirkung eines Netzhautspezialisten sinnvoll. Bei akuten visuellen Veränderungen sollte umgehend ärztliche Hilfe gesucht werden.