Zöliakie ist eine Autoimmunreaktion auf Gluten — ein Protein in Weizen, Gerste und Roggen — die die Dünndarmschleimhaut schädigen und die Nährstoffaufnahme beeinträchtigen kann. Die Erkrankung kann in jedem Lebensalter auftreten und ist häufig mit bestimmten genetischen Merkmalen verbunden. Die folgenden Abschnitte bieten allgemeine Informationen zu Ursachen, Symptomen, Diagnostik und praxisnahen Empfehlungen.
Was ist Zöliakie?
Bei Zöliakie führt die Aufnahme von Gluten zu einer immunvermittelten Schädigung der Dünndarmschleimhaut, was die Aufnahme von Nährstoffen beeinträchtigen kann. Typischerweise besteht eine genetische Prädisposition, etwa HLA‑DQ2 oder HLA‑DQ8. Der Verlauf und die Symptome sind individuell unterschiedlich.
Symptome und wann ärztliche Abklärung sinnvoll ist
Beschwerden reichen von Durchfall oder Verstopfung, Bauchschmerzen und Blähungen bis zu Gewichtsverlust, Müdigkeit und Blutarmut. Bei Kindern kann ein verzögertes Wachstum auffallen. Hauterscheinungen wie Dermatitis herpetiformis sind möglich. Anhaltende Verdauungsbeschwerden, unerklärliche Eisenmangelanämie oder Wachstumsstörungen sollten ärztlich abgeklärt werden. Bei starken Symptomen wie heftigem Bauchschmerz, anhaltendem Erbrechen oder hohem Fieber suchen Sie bitte sofort medizinische Notfallversorgung.
Diagnostik und Verlaufskontrolle
Die Abklärung beginnt meist mit serologischen Tests (z. B. tTG‑IgA) und der Bestimmung des Gesamt‑IgA. Zur Sicherung der Diagnose kann eine Endoskopie mit Dünndarmbiopsie erforderlich sein. Wichtig ist, vor Tests nicht bereits glutenfrei zu leben, da dies die Ergebnisse verfälschen kann. Nach Diagnosestellung erfolgen regelmäßige Kontrollen der Antikörperspiegel sowie ernährungsmedizinische Begleitung.
Ernährung und Alltagsempfehlungen
Die wichtigste Maßnahme ist eine strikt glutenfreie Ernährung, also der Verzicht auf Lebensmittel mit Weizen, Gerste und Roggen. Ernährungsfachleute unterstützen bei der Lebensmittelauswahl, beim Etikettenlesen und beim Vermeiden von Kreuzkontamination. Ebenso sollten Eisen, Folsäure, Vitamin B12, Vitamin D und Kalzium überwacht werden; bei Bedarf erfolgt ärztliche Steuerung von Ergänzungen.
Begleiterkrankungen und mögliche Folgen
Zöliakie tritt häufiger gemeinsam mit anderen Autoimmunerkrankungen wie Schilddrüsenerkrankungen oder Typ‑1‑Diabetes auf. Unbehandelt oder unzureichend kontrolliert kann sie zu Nährstoffmängeln, vermindeter Knochendichte und in seltenen Fällen zu schwerwiegenderen Komplikationen führen. Frühe Diagnose und konsequente Versorgung senken diese Risiken.